Kürzlich habe ich eine Virtualisierung von Tobit David Zehn unter Microsoft Windows Server 2008 Hyper-V abgeschlossen. An und für sich ist die Virtualisierung hier keine große Sache. Ich habe eine virtuelle Maschine mit Windows Server 2003 erstellt und auf dieser David Zehn installiert. Dann habe ich mit den Server Migration Services for DvISE die Installation vom alten physikalischen Server auf den Hyper-V-Client umgezogen. Das Problem, dass sich bei der Virtualisierung stellt, ist die funktionsfähige Einbindung der ISDN-Kommunikationsdienste für David Zehn (Fax, Voicemail). Da Hyper-V keine PCI-Karten (wie AVM FritzCard) oder USB-Geräte unterstüzt, muss man eine andere Lösung wählen. Ich dachte zunächst an die LANCAPI von LANCOM. In der Tobit-Knowledgebase wird allerdings erwähnt, dass die LANCAPI nicht für den Fax-Port benutzt werden kann. Da die entsprechenden LANCOM-Geräte erst ab einem Preis von ca. 350 EUR starten, war mir diese Investition für einen wenig erfolgversprechenden Test zu hoch. Dann las ich allerdings, dass die Remote-CAPI von Funkwerk von Tobit getestet wurde und dieser volle Funktionsfähigkeit bescheinigt wurde. Der bintec R1200 ist die preisgünstigste Lösung von Funkwerk hierfür. Allerdings wird zusätzlichem zum eigentlichen Router auch noch eine Einschubkarte mit DSP-Modul benötigt oder man wählt gleich den R1200-VOIP mit integriertem DSP-Modul. Die Hardwareinvestionskosten liegen somit bei ca. 500-600 EUR. Infos von Funkwerk zur Tobit-Virtualisierung.
Faxversand und Faxempfang sowie Voicemail habe ich erfolgreich getestet. Beim Faxen wird der übliche Tobit-Faxkopf durch den Faxkopf des bintec-Gerätes überschrieben (Bianca-Fax).
Auf dem bintec-Gerät ist bei “Lokale Dienste” der CAPI-Server zu aktivieren und ggf. Username und Passwort zu ändern. Es empfiehlt sich auch die aktuelle Firmware einzuspielen. Bei “Physikalische Schnittstellen” habe ich unter ISDN-Ports in den “Erweiterten Einstellungen” auch .X31 aktiviert. Eine MSN-Konfiguration habe ich auf dem Router nicht vorgenommen. Wenn keine Konfiguration vorgenommen ist, werden alle Rufe an die Remote-CAPI weitergeleitet. Dies war in meinem Fall akzeptabel. Das David-System trifft dann die Entscheidung ob es einen Ruf annimmt.
Auf dem Hyper-V-Client ist die Funkwerk-Software zu installieren (Brickware) und dort Benutzername und Passwort für Remote-CAPI zu hinterlegen. Damit wird die Remote-CAPI auf dem System verfügbar. David Zehn erkennt die Remote-CAPI korrekt als ISDN-Port. Die Konfiguration in David Zehn ist dann identisch wie bei einer physikalischen ISDN-Karte.
Alles in allem also eine gute Lösung für die Virtualisierung von Tobit/David. Allerdings ist die Hardwareinvestition relativ hoch, zumindest für ein kleines System.